Naturkunde in Deutschland

Der Begriff Naturkunde bezeichnet im Allgemeinen die Erforschung und Erkundung der in der Natur vorkommenden Lebewesen, wie zum Beispiel in der Zoologie und der Botanik. Insgesamt dient die Bezeichnung als Sammelbegriff für eine Reihe von überwiegend Naturwissenschaftlich ausgerichteten Disziplinen. Dass aber durchaus auch Schnittpunkte mit anderen Wissenschaften wie Archäologie, Geologie oder Ökologie bestehen, verdeutlichen auch die anderen Bezeichnungen der Disziplin: Naturlehre oder Naturgeschichte.

Die Entwicklung der Naturkunde

Die Geschichte der Naturkunde als wissenschaftliche Disziplin geht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg, entstanden eine Vielzahl von Forschungseinrichtungen. Heutzutage ist die Naturkunde, Naturlehre oder Naturgeschichte, welche Bezeichnung auch immer treffend sein mag, eine stark verbreitete und wichtige Wissenschaft. Da diese auch in der heutigen Gesellschaft und besonders in Hinblick auf zukünftige Entwicklungen von Bedeutung ist, kommt den Museen eine tragende Rolle zu. Insgesamt trägt die Vielzahl an Museen, neben ihren Aufgaben des Sammelns, des Bewahrens und der Forschung, dazu bei, dass wichtiges Wissen und neue Erkenntnisse nicht nur bewahrt und untereinander ausgetauscht, sondern auch einer breiten Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Daher zählen die vier Punkte Forschung, Sammeln, Bewahren und Öffentlichkeitsarbeit auch zu den wichtigsten Aufgaben der Museen.

Die Aufgaben der Museen

Die Forschung ist insbesondere Aufgabe der Universitäten und anderer Einrichtungen. Um diese Voranzutreiben, ist es unabdingbar, dass auch auf die großen Sammlungen der Museen zurückgegriffen werden kann. Durch den großen Bestand an archiviertem Material und Fundstücken können somit nicht nur Museumsbesucher, sondern in besonderem Maße auch die Forschungseinrichtungen der Zoologie, Botanik, Biologie, Archäologie und Geologie profitieren. Die Aufgabe „Sammeln und Bewahren“ beinhaltet das Archivieren von Fundstücken jeglicher Art zu Zwecken der Forschung. Dabei müssen, je nach Art des Fundstücks, die unterschiedlichsten Konservierungstechniken angewandt werden, damit sichergestellt werden kann, dass die Fundstücke auch für lange Zeit erhalten bleiben. Die Öffentlichkeitsarbeit ist für die Museen eine weitere bedeutende Aufgabe. Dabei spielt nicht nur eine Rolle, dass Erkenntnisse und Fundstücke der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden sollen, sondern auch die Absicht, die Menschen für die Arbeit der Museen und der Forscher zu gewinnen und zu begeistern. Viele Museen finanzieren sich zudem zu einem großen Teil durch Spenden. Daher ist die Öffentlichkeitsarbeit ein zentraler Bestandteil der Aufgabenbereiche eines jeden Museums.

Naturkundliche Museen in Deutschland

Das in Deutschland bekannteste Museum für Naturkunde ist wohl das Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität Berlin. Auf einer Fläche von weit über 6.000 Quadratmetern werden dort mehr als 30 Millionen Fundstücke ausgestellt. In regelmäßigen Abständen finden außerdem Ausstellungen zu den verschiedensten Themengebieten, wie zum Beispiel die Geschichte des Menschen oder aber auch die in Deutschland verbreiteten Baumarten, statt. Ein weiteres bekanntes Museum ist das Zoologische Museum Hamburg, ein Museum für Naturkunde bzw. Naturgeschichte mit den Sammlungsschwerpunkten Biologie und Zoologie.